BERLIN. Ein Schreiben der Zuckmayer-Schule in Berlin-Neukölln hat für Unmut bei Eltern gesorgt. Darin wurden die Siebtklässler nicht nur zur Teilnahme am islamischen Fastenbrechen (Iftar) eingeladen, sondern es sollte auch eine Anwesenheitspflicht geben.
Die Eltern sollten ihren Kindern Essen mitgeben, wofür extra eine Liste erstellt wurde. Das Fastenbrechen ist ein zentrales Ritual im islamischen Fastenmonat Ramadan und findet erst nach Sonnenuntergang statt.
Besonders brisant: Laut dem Schreiben sollte die Veranstaltung in den Abendstunden stattfinden, und an anderer Stelle würde dafür Unterricht ausfallen. Das rief die Berliner Bildungsverwaltung auf den Plan. Diese stellte klar, daß religiöse Veranstaltungen an staatlichen Schulen freiwillig sind und kein Unterricht entfallen darf. Nach Rücksprache mit der Schulaufsicht wurde die Einladung entsprechend revidiert. Eine Stellungnahme der Schule blieb bislang aus.

Unterzuckerte Schulkinder kollabieren im Ramadan in den Klassen
Der Ramadan stellt indes auch zahlreiche Schulen in Österreich vor Herausforderungen. Immer mehr junge Kinder – teils bereits im Grundschulalter – verzichten auch während des Unterrichts auf Essen und Trinken. Pädagogen und Experten schlagen Alarm. Der Wiener Grundschulgewerkschafter Thomas Krebs warnte vor den Konsequenzen: „Ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist Sportunterricht kaum möglich. Zudem leiden viele Kinder unter Konzentrationsschwäche, Unterzuckerung und Erschöpfung – manche kippen regelrecht um.“
Auch der Gruppenzwang spiele eine erhebliche Rolle. Krebs zufolge gebe es Fälle, in denen Schüler Gleichaltrige unter Druck setzen, ebenfalls zu fasten. Dies könne dazu führen, daß Kinder aus Angst vor sozialer Ausgrenzung selbst dann auf Nahrung verzichten, wenn sie gesundheitliche Beschwerden haben. (rr)